In der Süddeutschen findet sich heute ein Beitrag mit dem Titel „Staatsanwälte finden Beweise für Betrügereien Trumps“, die es Wert sind ein paar Worte darüber zu verlieren. Die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James will also Beweise dafür gefunden haben, dass Trump die firmeneigenen Gebäude und Grundstücke in seinem Familienunternehmen falsch bewertet haben soll.

Konkret besteht das Trump vorgeworfene Vergehen in einem Verstoß der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung (GOB). Diese GOB sind heute im wesentlichen im International Financial Reporting Standards (IFRS) kodifiziert, welche vom Gesetzgeber festgelegt werden sollten aber nicht sind! Betrieben wird das IASB von einer privatrechtlichen Stiftung in der US-Steueroase Delaware, die von den vier großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften PricewaterhouseCoopers, KPMG, Deloitte Touche Tohmatsu und Ernst & Young finanziert wird. Diese im IFRS festgelegten Regeln sind aber gängige und ständige Praxis in der Banken- und Konzernrechnungslegung.

Wenn also schon der New Yorker Generalstaatsanwaltschaft da Unregelmäßigkeiten vermutet, dann müssen Trumps Buchhalter entweder enorm dreist oder unsäglich dumm gewesen sein. Die Richtlinien im IFRS sind stark von der angelsächsischen Tradition geprägt und erlauben eine sehr opportunistische Bewertung von Unternehmensassets, die einen Unternehmenswert ermöglichen, die den substantiellen Unternehmenswert übersteigt (Goodwill). Vereinzelt werden Stimmen laut, dass darin eine Quelle für Assetblasen liegt. Folgt man dem Capital as Power Ansatz, so ist der Wert nicht bekannt, aber auch gar nicht notwendig für ein Funktionieren des Kapitalismus.

Anzupissen sind insbesondere auch die Bürokraten in der Finanzverwaltung, spätestens seit Trumps ehemaliger Anwalt Michael Cohen diese Form kreativer Buchführung schon 2019 vor einem Ausschuss des US-Kongresses ausführlich beschrieben hatte.