Ihr habt es vielleicht mitbekommen, dass sich der Amazon-Chef eine neue Luxusyacht bauen lässt und da ein kleines Problem aufgetaucht ist. Damit er damit auch auf dem Meer rumsegeln kann, muss eine denkmalgechützte Brücke teilweise ab- und wiederaufgebaut werden. Sowohl die linksliberalen, wie auch linkslibertären Media-Outlets überbieten sich gegenseitig in Empörungstiraden über Bezos. Konservative marktfundamentalistische Medien kommentieren das, wenn überhaupt, mit einem lapidaren ‚kann man nix machen‘. Nach meinem Dafürthalten fahren aber alle Parteien auf dem falschen Dampfer. Der eigenliche Skandal in dieser Sache liegt in meinen Augen bei den Planern der beauftragten Werft. Wie kommen diese Schiffsbauingenieure dazu, reale Ressourcen (in diesem Fall die denkmalgeschützte Brücke) in Anspruch zu nehmen, über die sie rein rechtlich keine Verfügungsgewalt haben! Ich bitte zu beachten, dass es dabei auch nicht darauf ankommt, ob der Schiffbauer den Umbau der Brücke bei der Stadt Rotterdam beantragt hat.

Aktuell sieht es wohl so aus, dass die Angelegenheit verwaltungstechnisch beigelegt wird. Ein Planungsversagen ist sowohl bei privaten, wie auch öffentlichen Planern zu konstatieren, bei letzteren vor allem in der Aufsichtspflicht. Die zeritweilige Herausnahme des Mittelteils der Brücke scheint der pragmatische Weg zu sein, diese Angelegenheit aus der Welt zu schaffen. Dass die Kosten hierfür vollständig von Bezos übernommen werden, sollte wohl eine Selbstverständlichkeit sein und darf keinen Anlass bieten, dass Bezos sich hier als gönnerhafter Wohltäter aufspielt.